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Standstreifen. In der Statistik tauchen diese Art Unfälle nicht gesondert auf. Sie geschehen zwar relativ selten, aber wenn, dann meist mit Toten und Schwerverletzten. „Viele Menschen, die auf dem Standstreifen halten, verkennen die Gefahr“, so ein Beamter der Autobahnpolizeistation Frechen. „Der häufigste Grund für einen Halt auf dem Standstreifen ist eine Motorpanne. Wir stellen aber auch fest, dass dort immer wieder Autofahrer vor Autobahnkreuzen anhalten, um sich zu orientieren, um in die Karte zu schauen. „Grosse Gefahr droht auch Anhaltern, die auf freier Strecke ein und aussteigen.
Für die Polizei ist es oftmals nicht nachvollziehbar, wie es zu „Standstreifenunfällen“ kommen kann. „Teilweise wird der Streifen aus Neugierde benutzt, wenn sich ein Stau gebildet hat. Einige Autofahrer fahren rechts raus, um an der Schlange vorbeizuschauen“, wissen die Beamten. „Niemand rechnet damit, dass jemand am Rand stehen kann.“ Ein weiteres Problem sind die „Rechtsüberholer“ im Stau. Sie missbrauchen den Standstreifen schon weit vor der Ausfahrt als Ausfädelungsspur. Ist es heiß, reißen Beifahrer gelegentlich die Türen auf, um frische Luft zu schnappen. Ein Unfall ist vorprogrammiert.
Zusammenstösse dieser Art bleiben bei den Polizeibeamten lange haften, „weil wir davon ausgehen, dass die Leute an dem Unfall völlig unbeteiligt sind und absolut nichts dafür können“. Die Beamten fahren aus diesen Grund so gut wie nie auf den Standstreifen. „Das ist einfach zu gefährlich“, so ein Frechener Autobahnpolizist. „Wir fahren mit Blaulicht durch die Gasse.“ Besonders gefährdet sind auch die Straßenwärter der Autobahnmeistereien, die zur Streckenkontrolle oder mit einer „Wanderbaustelle“ unterwegs sind. Immer wieder sterben Arbeiter auf den Standstreifen der Autobahnen, so der Verband Deutscher Straßenwärter. Gerade da wo aufgrund von Baustellen Fahrbahnverengungen eingerichtet sind, kommt es häufig vor, dass Fahrzeuge auf den Standstreifen abgedrängt werden, „Und das mit teilweise hohen Geschwindigkeiten. Da kann sich jeder ausrechnen, was dann passieren kann“, warnt ein Sprecher des Verbandes. Aus diesem Grund wird intensiv auf eine Änderung der Straßenverkehrsordnung gedrängt. Demnach soll in Baustellenbereichen auf der Autobahn grundsätzlich 50 gelten.
Professor Hans-Josef Kayser von der Technischen Hochschule Aachen erstellt zurzeit ein Gutachten für das Bundesverkehrsministerium zum Tehma Unfälle auf dem Standstreifen, „Überhöhte Geschwindigkeit ist sicherlich ein Grund. Die Fahrer verlieren die Kontrolle über das Fahrzeug und rasen auf ein Hindernis, beispielsweise einen Bautrupp oder ein Warnfahrzeug“, meinte eine Mitarbeiterin von Professor Kayser. Teilweise schlafen die Fahrer am Steuer ein und geraten auf den Standstreifen.“
Genaue Zahlen über Standstreifenunfälle in Baustellenbereichen liegen ebenfalls nicht vor. „Da sind wir auf die Informationen der Berufsgenossenschaften angewiesen“. So ein Sprecher des Verbandes Deutscher Straßenwärter. Der Erftkreis liegt mit seinen Unfallzahlen im Bundesdurchschnitt. In den letzten fünf Jahren starben zwei Arbeiter, fünf wurden schwer verletzt. (Zum Vergleich: In den alten Bundesländern wurden fünf Menschen getötet, 39 schwerverletzt). Die Zusammenstöße im Erftkreis wurden zu drei Vierteln von Lkw-Fahrern verursacht. Angst im Bauch haben auch die Pannenhelfer des ADAC. „Es gibt viele Helfer, die in letzter Sekunde noch zur Seite springen konnten“. berichtet Johann Rinkens, Leiter der Pannenhilfe Region West. Ein junger Kollege hat es aber vor ein paar Jahren nicht mehr geschafft. Er wurde vom Spiegel eines Lkw-Fahrers erfasst, als er in sein Fahrzeug steigen wollte. Er war auf der Stelle tot.“ Ein vermeidbarer Unfall, wäre der Lkw in seiner Spur geblieben. Bild 3
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